Stuttgart, den 31.1.2026
Achtung, Verwechslungsgefahr:
Die kommunalen Freien Wähler kandidieren nicht für den Landtag!
Die gleichnamige Partei will dagegen in den Landtag, macht derzeit Wahlkampf, und das sorgt mal wieder für Verwechslungen.
„Diese Freie-Wähler-Partei hat nichts mit den originalen Freien Wählern zu tun, die als Vereine organisiert sind und ausschließlich kommunal in den Kreistagen, Gemeinderäten und Ortschaftsräten engagiert sind“, betont der Landesvorsitzende der Freien Wähler des Landesverbands Baden-Württemberg e.V., Bürgermeister a.D. Wolfgang Faißt aus Renningen.
Die Abgrenzung zur Freie-Wähler-Partei ist wichtig. „Wir sind nicht gebunden an ein Parteiprogramm bzw. an eine Ideologie und entscheiden frei und rein sachorientiert“, sagt Bernhard Schweizer, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Freie Wähler Landesverbands Baden-Württemberg e.V.“
Als solche konzentrieren sich die Freien Wähler-Vereine auf die Kommunalpolitik – auch das ein Unterschied zur Partei. „Wir sind verwurzelt in der Kommunalpolitik in den Landkreisen, Städten und Gemeinden Baden-Württembergs und wir haben einen engen Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern“, sagt Dr. Annette Silberhorn-Hemminger, die Landesgeschäftsführerin der kommunalen Freien Wähler unseres Bundeslands.
In der Landes- oder Bundespolitik wollen diese original Freien Wähler nicht mitmischen. Dennoch gebe es den Austausch mit Politikern anderer Parteien, sowohl auf Orts- als auch – über den Landesverband – auf Landesebene, sagt Landesvorsitzender Wolfgang Faißt. Die kommunale Verankerung und die parteipolitische Unabhängigkeit seien die großen Stärken der Freien Wähler, meint Wolfgang Reichmann, Stadtverbandsvorsitzender in Bad Dürrheim. Deshalb sind die kommunalen Freien Wähler auch die stärkste politische Kraft in den baden-württembergischen Gemeinderäten.
Der Freie Wähler Landesverband wurde 1956 gegründet und war Mitglied im Bundesverband. 2010 kam es zur Trennung, als der Bundesverband in eine Partei umgewandelt wurde, um landes- und bundespolitisch aktiv zu sein. Die Kommunalpolitik sollte den Vereinen vorbehalten bleiben. Die Namensgleichheit blieb bestehen.
„Es gibt zwar eine Namensgleichheit, die Kreisverbände und alle Stadt- und Ortsvereine haben allerdings nichts mit dieser Freie-Wähler-Partei zu tun. Wir werden die Kandidatur der gleichnamigen Partei nicht unterstützen und nehmen eine neutrale Position ein“, so Wolfgang Reichmann von den Freien Wählern in Bad Dürrheim.